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Genotypisierung stark zersetzter DNA

Je höher der Zersetzungsgrad der Spur-DNA ist, desto kürzer sind die verbliebenen DNA-Fragmente, also die Templates für die Polymerasekettenreaktion. Damit ist häufig die übliche STR-Analyse nicht mehr möglich. Die erste Möglichkeit zur Problemlösung ist die Anwendung verkürzter Mikrosatelliten Das Verkürzen der Mikrosatelliten erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass man auch stark zersetztes Probenmaterial noch typisieren kann. Die Analyse von Mikrosatelliten ist allerdings letztlich ein relativ komplexer Vorgang, der auch bei verkürzten Mikrosatelliten komplikationsanfällig bleibt. Der große Vorteil der Methode ist: Schon 10 Mikrosatelliten liefern einen zur Personenidentifizierung enorm aussagefähigen genetischen Fingerabdruck. Mikrosatelliten sind aber eben in Grenzfällen störanfällig. Robuster sind die so genannten SNPs (englisch single nucleotide polymorphism). Diese Marker können darüber hinaus so konstruiert werden, dass die DNA-Fragmente der Spurprobe noch kleiner sein können als bei Gebrauch der verkürzten Mikrosatelliten. Nachteilig ist der Umstand, dass es keine Gendatenbank wie für die Mikrosatelliten gibt, dass man also auf tatverdächtige Personen angewiesen ist. Ca. 50 SNPs entsprechen in ihrem Informationsgehalt einem Satz von 12-15 Mikrosatelliten. Unser Labor hat seit 8 Jahren einen Satz von 53 informativen Mikrosatelliten zur Verfügung. Diese SNPs sind auf ihren Informationsgrad hin an zahlreichen echten Familien eingehend getestet worden. Unser Verfahren ist für spezielle gerichtliche Abstammungsfälle erfolgreich angewendet worden. . Eine vom biologischen Prinzip her kaum mehr zu steigernde Empfindlichkeit erreicht man mit der Analyse des mitochondrialen Genoms. Fast jede Zelle eines höher entwickelten Lebewesens birgt zwei ganz unterschiedliche Quellen von DNA: Im Zellkern befindet sich das eigentliche Genom – in einem außerordentlich hohen und komplexen Organisationsgrad. Von jedem Gen, von jeder DNA-Sequenz gibt es im Zellkern eine mütterliche und eine väterliche Kopie. Den Raum zwischen Kern und Zellmembran nimmt das Cytoplasma ein; in ihm befinden sich je nach Zelltyp hunderte bis zehntausende von Mitochondrien. Das sind Organellen, die ein eigenes, sehr kleines Genom haben. Jedes Individuum hat ein für ihn charakteristisches mitochondriales Genom. Von entscheidender Bedeutung für dessen forensisch-analytische Nutzung ist die Tatsache, dass pro Zelle so viele Kopien vorhanden sind und dass die mitochondriale DNA offenbar besser gegenüber zersetzenden Einflüssen geschützt ist als die Kern-DNA: Dieses Verfahren der Mitochondriensequenzierung ist Teil unserer Akkreditierung.